Bibliotheken
Barrierefreie Bibliothek: Was Planung und Möbel leisten müssen
Eine öffentliche Bibliothek ist für alle da — und muss das auch räumlich einlösen. Barrierefreiheit ist dabei nicht nur eine Rampe am Eingang, sondern eine Frage der Möblierung: Wie hoch ist die Theke, wie breit der Weg zwischen den Regalen, kann ein Selbstverbucher im Sitzen bedient werden? Wer früh richtig plant, spart teure Nachbesserungen — und gewinnt Nutzer.
Der Rahmen: DIN 18040 und DIN 67700
Für öffentlich zugängliche Gebäude gilt DIN 18040-1 als maßgebliche Norm für barrierefreies Bauen; für den Bibliotheksbau kommt DIN 67700 hinzu. Beide beschreiben keine Möbel im Detail, geben aber die Randbedingungen vor, in die sich die Einrichtung einfügen muss — Bewegungsflächen, Greifhöhen, Erreichbarkeit. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob ein Raum wirklich nutzbar ist.
Was das für die Einrichtung konkret heißt
- Unterfahrbare Theken. Ein abgesenkter, unterfahrbarer Thekenabschnitt lässt sich im Rollstuhl auf Augenhöhe nutzen — für Beratung, Anmeldung und Ausleihe. Das ist keine Sonderanfertigung, sondern eine Frage der Planung des Thekenkorpus.
- Erreichbare Bedien- und Greifhöhen. Selbstverbucher, Rückgabeautomaten und häufig genutzte Fächer sollten im komfortablen Greifbereich liegen — auch für sitzende oder kleinere Personen. Bei Regalen heißt das: die wichtigsten Ebenen nicht zu hoch und nicht zu tief.
- Bewegungsflächen und Wege. DIN 18040 setzt großzügige Bewegungsflächen voraus (Richtwert 150 × 150 cm zum Wenden) und ausreichend breite Durchgänge zwischen den Regalreihen. Das beeinflusst direkt, wie eng eine Anlage gestellt werden darf.
- Orientierung. Kontrastreiche Beschriftung, tastbare und gut lesbare Leitelemente helfen Menschen mit Seheinschränkung — sie sind Teil der Möblierungs- und Beschilderungsplanung, nicht erst der Bauabnahme.
Barrierefreiheit entsteht nicht am Bauende, sondern in der Möblierungsplanung.
Warum eine Manufaktur hier im Vorteil ist
Katalogmöbel kommen in festen Höhen. Wer aber einen unterfahrbaren Thekenabschnitt oder eine abgesenkte Bedienzone genau dort braucht, wo der Grundriss es verlangt, ist mit Standardmaßen schnell am Limit. Weil wir selbst fertigen, lassen sich Höhen, Tiefen und Zonen an die tatsächliche Situation anpassen — und in dieselbe Gestaltung einfügen wie der Rest der Einrichtung. So bleibt die barrierefreie Lösung Teil des Ganzen, statt als Sonderelement aufzufallen.
Was Planende daraus mitnehmen können
- Barrierefreiheit gehört ins Leistungsverzeichnis — als konkrete Anforderung an Theke, Regal und Automaten, nicht als Floskel.
- Prüfen Sie früh die Bewegungsflächen: Regalabstände entscheiden mit über die Zugänglichkeit der gesamten Anlage.
- Individuelle Fertigung erlaubt es, barrierefreie Elemente nahtlos zu integrieren — ein Vorteil gerade bei Bestand und beengten Grundrissen.
- Welche Norm gilt für barrierefreie Bibliotheken?
- Für öffentlich zugängliche Gebäude ist DIN 18040-1 maßgeblich, für den Bibliotheksbau ergänzend DIN 67700. Sie geben Bewegungsflächen, Greifhöhen und Erreichbarkeit vor, in die sich die Möblierung einfügen muss.
- Können Theken und Automaten barrierefrei angepasst werden?
- Ja. Ein abgesenkter, unterfahrbarer Thekenabschnitt und erreichbare Bedienhöhen für Selbstverbucher lassen sich einplanen. Weil wir selbst fertigen, passen wir Höhen und Zonen an die konkrete Raumsituation an.
Häufige Fragen
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